Die NitrOlympX 2026 auf dem Hockenheimring endeten ohne die mit Spannung erwarteten Finalrennen der FIA- und FIM-Europe-Klassen. Nachdem bereits die Qualifikation am Freitag und Samstag durch Regen, Unterbrechungen und das enge Zeitfenster eingeschränkt worden war, begann auch der Rennsonntag verspätet. Ein schwerer Öldown im Funny-Bike-Finale sorgte schließlich für den vorzeitigen Abbruch der Veranstaltung.

 

Die NitrOlympX vom 21. bis 23. August 2026 verlangten Teilnehmern, Teams und Veranstaltern einiges ab. Auf der Rico Anthes Quartermile trafen die europäischen Spitzenklassen der Autos und Motorräder auf ein großes Sportsman-Feld. Doch der sportliche Ablauf stand während des gesamten Wochenendes unter erheblichem Zeitdruck.

Schon am Freitag konnten wegen der wechselhaften Wetterbedingungen nur wenige Qualifikationsläufe absolviert werden. Der einsetzende Regen unterbrach die erste FIA-Qualifikationsrunde, bevor später zumindest noch ein Teil der Fahrzeuge auf die Strecke geschickt werden konnte. Für die FIM-Europe-Motorradklassen war dagegen am Freitag kein vollständiger Qualifikationslauf mehr möglich.

Am Samstag gelang es der Rennleitung zwar, weitere Sessions zwischen den Regenschauern unterzubringen, dennoch blieb das Programm eingeschränkt. Einige Motorradklassen erhielten bis zu drei Läufe, während die Super Street Bikes und die Junior Drag Bikes ihre geplante dritte Qualifikationsrunde wegen des Zeitlimits vor der Nightshow nicht mehr fahren konnten. Trotz der schwierigen Bedingungen wurden teilweise bemerkenswerte Leistungen gezeigt. Luke Farrugia setzte im Top Fuel Bike mit 6,146 Sekunden ein starkes sportliches Ausrufezeichen. Dragbike.com berichtet ausführlich über die eingeschränkte Qualifikation

.

Verspäteter Start in den Finaltag

Der Sonntag sollte die Entscheidungen bringen. Durch den verspäteten Beginn stand die Rennleitung jedoch erneut unter erheblichem Zeitdruck. Am Hockenheimring gilt für die Rennstrecke ein festes lokales Betriebsende. Verzögerungen lassen sich deshalb nicht beliebig durch eine Verlängerung des Programms ausgleichen.

Einige Sportsman-Klassen konnten ihre Finalrennen noch austragen. Die großen FIA- und FIM-Europe-Finals rückten allerdings immer weiter nach hinten. Kurz vor dem geplanten Abschluss kam es dann im Funny-Bike-Finale zwischen Markus Laur und Stefan Hagenstein zum entscheidenden Zwischenfall.

Hagenstein war zunächst mit einer Reaktionszeit von 0,085 Sekunden deutlich besser vom Start weggekommen als Laur mit 0,210 Sekunden. Während Laur seinen Lauf mit 6,913 Sekunden und 323,16 km/h beendete, musste Hagenstein bereits nach 9,393 Sekunden und 154,83 km/h deutlich zurücknehmen. An seinem Motorrad trat Öl aus, das sich auf der Rennstrecke verteilte und eine umfangreiche Reinigung erforderlich machte.

Markus Laur wurde damit als Sieger des Funny-Bike-Finales gewertet. Die notwendige Beseitigung der Ölspur hätte jedoch so viel Zeit beansprucht, dass eine Fortsetzung des Rennbetriebs innerhalb des vorgeschriebenen Zeitfensters nicht mehr möglich gewesen wäre. Die Rennleitung musste die Veranstaltung deshalb vorzeitig beenden.

Für die Zuschauer bedeutete dies, dass ausgerechnet die Finalrennen der schnellsten FIA- und FIM-Europe-Klassen nicht mehr stattfinden konnten.

Keine Entscheidung in den FIA-Pro-Klassen

Besonders bitter war der Abbruch für die verbliebenen Fahrer und Teams der professionellen Automobilklassen. Sie hatten sich trotz der schwierigen Qualifikation und der verkürzten Ausscheidungsrunden bis in die Finals vorgearbeitet, konnten die letzten Duelle aber nicht mehr austragen.

Im FIA Top Fuel Dragster sollte es zum Finale zwischen Jndia Erbacher und Susanne Callin kommen. Beide Fahrerinnen standen bereit, doch das erwartete Top-Fuel-Duell konnte nicht mehr gestartet werden.

Auch im FIA Top Methanol blieb die Entscheidung offen. Hier hatten sich Tony Bryntesson und Johnny Lagg für das Finale qualifiziert.

Im stark besetzten FIA Pro Modified lautete die Finalpaarung Andres Arnover gegen Stian Rusånes. Auch dieses Duell fiel dem vorzeitigen Abbruch zum Opfer.

In der FIA Pro Stock-Klasse hätten Jimmy Ålund und Robin Norén um den Sieg gekämpft. Ålund gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten und erfahrensten europäischen Drag Racern. Doch auch in dieser Klasse gab es auf der Strecke keinen finalen Sieger.

Damit blieben alle vier FIA-Pro-Finals ungefahren:

  • FIA Top Fuel Dragster: Jndia Erbacher gegen Susanne Callin
  • FIA Top Methanol: Tony Bryntesson gegen Johnny Lagg
  • FIA Pro Modified: Andres Arnover gegen Stian Rusånes
  • FIA Pro Stock: Jimmy Ålund gegen Robin Norén

Auch die FIM-Europe-Finals fallen aus

Nicht weniger enttäuschend endete die Veranstaltung für die Teilnehmer der europäischen Motorradklassen. Gerade dort hatten die eingeschränkten Qualifikationsmöglichkeiten am Freitag und Samstag bereits für zusätzlichen Druck gesorgt.

Im FIM Europe Top Fuel Bike hätten Luke Farrugia und Stuart Crane das Finale bestritten. Farrugia hatte während der Qualifikation mit seiner 6,146-Sekunden-Fahrt eine der herausragenden Leistungen des Wochenendes gezeigt.

Das Super-Twin-Finale sollte zwischen Marcus Christiansen und Anders Vodby Jensen ausgetragen werden. In Super Street Bike hatten sich Dimitros Kontarinis und Alan Morrison bis in die letzte Runde vorgearbeitet.

In Pro Stock Bike lautete die Paarung Bertrand Maurice gegen Karl-Heinz Weikum. Auch die Nachwuchsfahrer waren betroffen: Im FIM Europe Junior Drag Bike standen Harry Isaacs und Leah Morrison als Finalisten fest.

Die nicht ausgetragenen FIM-Europe-Finals:

  • Top Fuel Bike: Luke Farrugia gegen Stuart Crane
  • Super Twin: Marcus Christiansen gegen Anders Vodby Jensen
  • Super Street Bike: Dimitros Kontarinis gegen Alan Morrison
  • Pro Stock Bike: Bertrand Maurice gegen Karl-Heinz Weikum
  • Junior Drag Bike: Harry Isaacs gegen Leah Morrison

Knappe Entscheidung bei den Junior Dragstern

Einige Sportsman-Klassen konnten ihre Finals noch abschließen. Besonders eng ging es bei den Junior Dragstern zu. Sowohl Felix Schmid als auch Lille Rosa Erichsen waren mit einem Dial-in von 8,00 Sekunden angetreten.

Schmid gewann mit einer starken Zeit von 8,018 Sekunden bei 125,42 km/h. Erichsen kam auf 8,024 Sekunden und 129,44 km/h. Entscheidend war neben der minimal besseren Annäherung an das Dial-in auch Schmids Reaktionszeit von 0,094 Sekunden. Erichsen reagierte mit 0,286 Sekunden deutlich später. Das offizielle Livetiming bestätigt den knappen Ausgang des Rennens. Ergebnisse und Livetiming der NitrOlympX

.

Rote Ampel entscheidet Super Comp Bike

Im Finale von Super Comp Bike trafen Sami Ylhäinen und Peter Östlund aufeinander. Östlund verließ die Startlinie mit einer Reaktionszeit von minus 0,125 Sekunden zu früh und wurde wegen Rotlicht disqualifiziert.

Damit ging der Sieg an Ylhäinen, der seinen Lauf in 8,675 Sekunden bei 254,49 km/h absolvierte. Östlund erreichte trotz der Disqualifikation eine Zeit von 8,923 Sekunden und 229,39 km/h.

Thomas Troupkos gewinnt ET Bike

In ET Bike setzte sich Thomas Troupkos gegen Marc Quattelbaum durch. Troupkos war mit einem Dial-in von 9,36 Sekunden angetreten und fuhr 9,480 Sekunden bei 227,30 km/h.

Quattelbaum lag mit 9,349 Sekunden bei einem Dial-in von 9,23 Sekunden rechnerisch sogar etwas näher an seiner Vorgabe. Troupkos verschaffte sich jedoch mit einer Reaktionszeit von 0,123 Sekunden gegenüber Quattelbaums 0,189 Sekunden den entscheidenden Vorteil und gewann das Finale.

Leif-Erik Braune siegt im DMSB Junior Drag Bike

Im Finale des DMSB Junior Drag Bike setzte sich Leif-Erik Braune gegen Leona Schuh durch. Braune fuhr bei einem Dial-in von 8,10 Sekunden eine Zeit von 8,157 Sekunden und erreichte 138,90 km/h.

Schuh absolvierte den Lauf mit einem Dial-in von 8,41 Sekunden in 8,569 Sekunden bei 127,37 km/h. Damit ging der Sieg an Braune, der näher an seiner vorgegebenen Zeit blieb.

Weitere Sportsman-Finals bleiben ungefahren

Der vorzeitige Abbruch traf neben den Pro-Klassen auch fünf Sportsman-Kategorien. In Pro Comp hätten Jack Williams und Rene Ehrismann den Sieger ermittelt.

Das Super-Pro-ET-Finale sollte zwischen Marco Grandini und Robert Gaßner stattfinden. In Pro ET standen Bjorn Szczendzina und Jürgen Försch in der letzten Runde.

Auch die Finals von Super Comp mit Gerd Habermann gegen Janine Petzold sowie Super Gas mit Philipp Daud gegen Oscar Scappocin konnten nicht mehr ausgetragen werden.

Die ausgefallenen Sportsman-Finals:

  • Pro Comp: Jack Williams gegen Rene Ehrismann
  • Super Pro ET: Marco Grandini gegen Robert Gaßner
  • Pro ET: Bjorn Szczendzina gegen Jürgen Försch
  • Super Comp: Gerd Habermann gegen Janine Petzold
  • Super Gas: Philipp Daud gegen Oscar Scappocin

Ein unbefriedigendes Ende unter schwierigen Bedingungen

Der Abbruch der NitrOlympX 2026 war für Fahrer, Teams und Fans gleichermaßen enttäuschend. Viele Teilnehmer hatten sich unter schwierigen Bedingungen bis in die entscheidende Runde vorgearbeitet. Gerade die ausgefallenen Top-Fuel-, Top-Methanol-, Pro-Mod- und Pro-Stock-Finals hätten den sportlichen Höhepunkt des Wochenendes bilden sollen.

Die Entscheidung, nach dem Öldown nicht mehr weiterzufahren, war unter den gegebenen Umständen allerdings unausweichlich. Eine Ölspur auf einer Drag-Racing-Strecke muss vollständig entfernt und die Oberfläche anschließend sorgfältig geprüft sowie neu präpariert werden. Bei Fahrzeugen mit mehreren Tausend PS und Geschwindigkeiten von deutlich über 300 km/h darf es bei der Streckensicherheit keine Kompromisse geben.

So endeten die NitrOlympX 2026 nicht mit dem Donnern der Top-Fuel-Motoren, sondern mit Reinigungsarbeiten und ungefahrenen Finalpaarungen. Das Wochenende zeigte dennoch hochklassigen europäischen Drag Racing-Sport – wurde am Ende aber vor allem durch wechselhaftes Wetter, den permanenten Kampf gegen die Uhr und den folgenschweren Öldown im Funny-Bike-Finale geprägt.